Berufsbild

Das Bankgewerbe hat ein Jahrzehnt des Umbruchs hinter sich, parallel vollzieht sich ein tief greifender gesellschaftlicher Wandel. Dadurch verändern sich nicht nur die Geschäftsmodelle der Institute, sondern auch Tätigkeiten, Beschäftigtenstrukturen und Zugangswege in den Bankberuf. Die Belegschaften sind heute breiter ausgebildet, erfahrener, flexibler und in Führungspositionen weiblicher als noch vor einigen Jahren - weil sich Unternehmen und Beschäftigte Schritt für Schritt den neuen Erfordernissen anpassen und dadurch eine neue Qualität entsteht.

Vor einigen Jahren waren Verkäufertypen noch stärker gefragt, heute müssen Bankbeschäftigte vor allem komplexe Zusammenhänge verstehen. Denn die Aufgabenverteilung und die Geschwindigkeit haben sich verändert. Zum einen übernehmen heute Computer weite Teile des Standardgeschäfts; was für den Menschen übrigbleibt, ist zwangsläufig komplexer. Zum anderen ist das Tagesgeschäft schneller geworden. Banking ist heute sehr viel stärker reguliert und das Geschäft zugleich sehr viel internationaler als noch vor einigen Jahren. Deshalb brauchen die Banken mehr Mitarbeiter, die auch nach links und rechts schauen und verstehen, was dort passiert. Gefragt sind zunehmend „well rounded personalities“, also Menschen, die über ihr Grundwissen hinaus kreativ sind und das große Ganze im Blick haben - Risiken inklusive.

Entsprechend steigt das Qualifikationsniveau, wie verschiedene Kennzahlen belegen. Statistiken des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit zeigen beispielsweise, dass der Anteil von Abiturienten unter Bankfachleuten im gesamten Kreditgewerbe seit der Jahrtausendwende um 7 Prozentpunkte auf knapp 28 Prozent gestiegen ist, der Akademikeranteil um 2 Prozentpunkte auf knapp 12 Prozent. Im privaten Bankgewerbe wiederum liegen diese Werte noch einmal deutlich höher, wie Daten des AGV Banken zeigen: In dieser Bankengruppe haben rund 70 Prozent der Beschäftigten die Schule mit Abitur oder (Fach-)Hochschulreife beendet, 35 Prozent haben einen Studienabschluss.

Auch die Zugangswege in den Bankberuf haben schrittweise ein höheres Niveau erreicht. Immer mehr Nachwuchskräfte im privaten Bankgewerbe setzen zusätzlich zur Banklehre auf weitergehende Qualifizierung. So ist im privaten Bankgewerbe der Anteil der Auszubildenden, die an Berufsakademien lernen oder ein ausbildungsintegriertes Studium absolvieren, zuletzt sprunghaft von knapp 12 auf über 17 Prozent gestiegen.

Banker - Banken - Banking“
Vortrag von Prof. Michael H. Grote, Vizepräsident der Frankfurt School of Finance & Management, anlässlich der Briefing-Exkursion zum Wettbewerb „Banken-Arbeitswelt der Zukunft“, 24. April 2014

Bankberuf im Wandel [interner Link zu 2.7.2]
(Sonderteil aus Jahresbericht 2012/2013 des AGV Banken)

Vision 2020: Banken der Zukunft
Artikel von Claus-Peter Praeg, Themenbeauftragter Finanzdienstleister am Fraunhofer IAO, auf academicworld.net